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Hildegardstatue soll nicht auf überfülltem Marktplatz bleiben
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Hildegardstatue soll nicht auf überfülltem Marktplatz bleiben

Artikel von Wilhelm Meyer 22.3.2021 Oeffentlicher Anzeiger

Wie soll Odernheim seine große Heilige ehren? An der Peripherie im schönen Neubaugebiet an seinem frisch benannten Hildegardisweg oder im schon eng gedrängten Zentrum? Diese Frage steht seit Jahren im Raum. Der Platz, an dem sie sich derzeit befindet, behagt, wenn man sich umhört, nur wenigen Odernheimern. Manche finden den Platz zwar passend, die Umgebung der Hildegardstatue allerdings weniger. Andere nehmen die Statue kaum noch wahr.
„Odernheim ehrt seine große Heilige“: So hatte es im Oktober 2014 geheißen. Auf dem damals neu eingerichteten alten Marktplatz war im Beisein von Landrat Franz-Josef Diel, Bürgermeister Achim Schick, Odernheims Pfarrer Dietmar Schulz-Klinkenberg, der Vertreterin der Rupertsberger Hildgardgesellschaft, Irmgard Weidner und Schwester Hiltrud Gutjahr von der Abtei St. Hildegard Rüdesheim-Eibingen die von Bildhauerin Kristina Lorentz gefertigte Odernheimer Hildegardstatue enthüllt worden. Provisorisch schon damals, sollte der Platz doch auch bei Festen wie Weihnachtsmarkt oder Kerbe genutzt werden.
Inzwischen ist einiges passiert. So kam der massive Bücherschrank hinzu, der die zierliche Statue optisch in den Schatten stellt. Steinquader zum Sitzen liegen ungeordnet umher. Die Platzränder sind abgeflacht, damit Anliegerverkehr darüber möglich wird. Derzeit haben die Rüstigen Rentner den geschmückten Osterbaum aufgestellt, der ebenfalls traditionell an diese Stelle gehört. Jedes einzelne Element mit gutem Grund, doch es drängt sich.
Nun ist Bewegung in diese Frage gekommen. Mit ihrer Anfrage, wie man mit der Statue der Hildegard verfahren solle, stieß Gabi Theis (CDU) in der jüngsten Ortsgemeinderatssitzung die Diskussion um den Standort erneut an. Auch wenn sich nicht alle Ratsmitglieder an einen Beschluss, die Statue im Neubaugebiet „Lettweiler“ Weg zu platzieren, erinnern wollten. Im Haushalt war dafür schon ein Posten eingestellt. Schließlich hatte man dort eine Straße in Odernheim nach Hildegard benannt. Da läge der Umzug dorthin doch nahe.
Über eines sind sich alle Ratsmitglieder einig: So, wie die Statue derzeit steht, sollte es nicht bleiben. Doch egal, wo, auch über das Wie werde man sich Gedanken machen müssen, waren sich Ortsbürgermeister Achim Schick und Theis einig. Der Erste Beigeordnete Rainer Hildenbrand bestätigte, dass man noch über die römischen Bodenplatten des bei den Ausgrabungen zum Baugebiet erstaunlich gut erhalten gefundenen Kellers einer römischen Villa verfüge. Im Neubaugebiet ließe sich damit eine Erinnerung an Hildegard mit der an die römische Vergangenheit des Ortes verbinden.
Andererseits bekräftigte Dieter Gründonner, dass er die Entscheidung für den Standort an der Peripherie immer kritisiert habe. Vor allem Menschen, die des Disibodenbergs wegen nach Odernheim kämen, würden kaum den Weg ins Neubaugebiet suchen. Es gelte ja vor allem seit der Eröffnung des „Hildegard von Bingen“-Pilgerwanderwegs, Odernheim und den Disibodenberg näher aneinander zu rücken, deutlich zu machen, dass Odernheim und der Disibodenberg zusammengehörten.
Als Hans Jörg Lenhoff (SPD) wissen wollte, welchen anderen Platz Gründonner denn sinnvoll finde, brachte er noch einmal die Glananlage als Schnittstelle touristischer Attraktion der Gemeinde ins Spiel. Hildegard müsse im Zentrum bleiben, und die Anlage, zugleich Haltepunkt des Pilgerwegs, sei ohnehin in Neuplanung. Da könne man sich auch gleich über eine angemessene Präsentation Gedanken machen.
Wie gut, dass in derselben Sitzung der Bauausschuss in Odernheim wiederbelebt worden war. In Stein gemeißelt, so der Bürgermeister, sei in dieser Frage noch nichts. Der Ausschuss sei sicher der richtige Platz, um die Frage noch einmal gründlich abzuwägen.

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