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Flussanrainer und Angler zufrieden mit neuen Plänen
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Flussanrainer und Angler zufrieden mit neuen Plänen

Artikel von Wilhelm Meyer - Oeffentlicher Anzeiger 30.12.2022

Zur Infoveranstaltung Wasserkraftwerk an der Odernheimer Bannmühle hatten Hofeigner Hans Pfeffer und sein Sohn Max Dilling eingeladen. Vor allem liegt das Projekt in Händen von Dilling, der in Darmstadt Maschinenbau studiert hat. Nicht zuletzt waren es Praktika in Turbinenbaufirmen, die ihm Perspektiven zu einer Weiterentwicklung der Energiegewinnung am Odernheimer Hof aufzeigten.

Vorgestellt wurde der aktuelle, seit Sommer des Jahres noch einmal veränderte Stand der Planung. Mit Ronald Steinhoff, Emmanuel Kretz und Katinka Peerenboom gaben die an den Gutachten beteiligten Partner Auskunft über den je eigenen Bereich. Katinka Peerenboom von Enviro-Plan (ehemals Gutschker-Dongus) stellte die Umweltgutachten vor. Daraus ging hervor, dass keine negativen Veränderungen zu erwarten seien. Im Gegenteil: Außer der Steigerung der Effizienz ist ein weiteres Ziel der Erneuerung, den derzeit noch unzureichenden Stand der Fischökologie zu verbessern.

Roland Steinhoff, der seit Jahren an der Vereinbarkeit der Biodiversitätsziele mit der Wasserkraftnutzung in Deutschland arbeitet, stellte die durch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie beim Neubau erreichten Verbesserungen vor. Das sind die Fragen, die vor allem Angler brennend interessieren. Die derzeitige Fischaufstiegstreppe ist untauglich, da sie auf der falschen Seite fern der Lockströmung, an der sich die Fische orientieren, angelegt ist. Sie bleibt, so Dilling, wird aber oben geschlossen. Mit dem Neubau kommt nun nicht nur ein funktionsfähiger Aufstieg, sondern zudem auch eine fischgerechte Abstiegsmöglichkeit hinzu.

Ökologisch von Bedeutung ist zudem, dass der Mühlgraben weiterhin Wasser führen wird. Eine gewisse Wassermenge werde immer dort fließen und fließen müssen, meinte Dilling. Um die Standfestigkeit des Mühlengebäudes zu sichern, müssen die Fundamente nach Ansicht des Denkmalamts ständig gewässert bleiben. Dafür sorge jedoch allein schon der stellenweise undichte Zustand der mehr als 100 Jahre alten Anlage. Vor allem aber werde der Kanal, sowie die alte Turbine bei höherem Wasserstand weiter gebraucht. Denn die neue Turbine hat nur ein Schluckvermögen von 8,5 Kubikmeter/Sekunde. Wenn bei steigendem Wasser die alte Turbine ebenfalls läuft, kommen sie gemeinsam auf 15 Kubikmeter/Sekunde.

Die technischen Details der zukünftigen Anlage stellte Emmanuel Kretz vom Planungsbüro Kretz vor. Die Anlage werde den Gegebenheiten angepasst. Da könne sich das eine oder andere Detail noch ändern. „Wasserkraftanlagen gibt es nicht von der Stange“, sagte Kretz. Das schien vor allem für die Fischtreppen zu gelten. Da reicht nicht eine Treppe allein. Oberflächennaher und solenaher Abstieg sind getrennt. Auch die Erläuterungen zum Fischaufstieg waren zur Zufriedenheit der Vertreter des Fischerei- und Naturschutzvereins.

Vor allem die Auswirkung auf das Grundwasser war bislang kritisch gesehen worden. Wenn man einen höheren Grundwasserstand hat, dann kommt das Hochwasser ja noch drauf, machte Flussanrainer Dieter Porth deutlich. Allerdings ist der frühere Plan, den Wasserstand dauerhaft um 45 Zentimeter zu erhöhen, ohnehin verworfen. Der Wasserstand wird in Zukunft derselbe sein wie jetzt, versprachen Kretz und Dilling. Mit dem Einsatz eines Federwehrs werde der Wasserstand auf diesem Niveau stabilisiert. Dem Druck steigenden Wassers gibt das flexible Wehr nach und senkt seine Höhe. Bei Hochwasser ermögliche es sogar eine kleine Senkung der Wasserhöhe um bis zu elf Zentimeter. An den Beginn der Bauarbeiten zu denken sei, selbst wenn die Genehmigung morgen einträfe, eher 2024/25. Die Lieferzeit der Anlage betrage ein Jahr, und Baufirmen stünden derzeit auch nicht hufescharrend auf der Matte. Auf jeden Fall werde man das Angebot annehmen, den Prozess weiterhin mit den Interessierten im Dorf – vor allem mit dem Fischerei- und Naturschutzverein – abzustimmen, versicherte Dilling. Wilhelm Meyer

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