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Nahtstellen zwischen der Natur und der Kunst entdecken
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Nahtstellen zwischen der Natur und der Kunst entdecken

Artikel von Wilhelm Meyer 12. November 2021 Oeffentlicher Anzeiger

Im Mai sind die Offenen Werkstätten für Schmuckverliebte und Handwerkskunst noch ausgefallen, nun konnten Interessierte unter Einhaltung der AHA-Regel, mit Maske und Kontaktdatenerfassung unterschiedliche Schmuckhersteller in Idar-Oberstein und der Umgebung aufsuchen. Auch die Odernheimerin Carmen Hauser hatte ihre Werkstatt geöffnet. Sie beteiligt sich von Anfang an an den Aktionstagen.


Die Schmuckdesignerin schätzt diese Tage der Offenen Werkstätten. „Da kommen treue Kunden von weither“, berichtet Hauser. Viele nutzten den Tag, um sich in mehreren Werkstätten umzusehen. Das Einzigartige des Schmucks mache neugierig auf die Menschen, die sie kreieren, findet Hauser. Auch einige Nachbarn nehmen regelmäßig die Gelegenheit wahr und schauen an diesen Tagen der Schmuckmacherin über die Schulter.


Man konnte Einblick nehmen in die Schmuckkunst Hausers. Besonders das noch Unfertige fasziniert. Das Entstehen der Schmuckstücke dauert oft Monate. Das Material findet Carmen Hauser in der Natur. Da ist der Ginkgo, den Goethe schon schätzte. Buche, Kirsch, Ahorn, Lorbeer gehören ebenfalls dazu. Aber auch Rosenblätter oder Ringelblumenblüten mit ihrem frischen Leuchten verarbeitet die Designerin. Auch wie ein gepresster Salatkopf aussieht, konnten die Besucher erfahren, auch wenn man noch zweifeln mochte, ob daraus je ein Schmuckstück werden wird.


Zigtausend getrocknete und zugeschnittene Ahornblätter waren als eine Kette von unerwarteter Leichtigkeit und betörendem Farbspiel zu entdecken. Neben prallem Sommergrün zeigen sich auch die Farben, die im Herbst durch den Entzug des Chlorophylls entstehen. Wenn der Baum mit dieser Nährstoffeinlagerung das Entstehen der Blätter im nächsten Jahr sichert, treten die anderen Pigmente hervor. Das denkt man freilich nicht, wenn das Jahr schillernd in den Farben des Herbstes als leichte Kette durch die Hände gleitet.


Andere Zeiträume lassen sich erspüren, wenn Schmuckstücke aus Erde, Blättern oder Blüten durch Pressvorgänge sozusagen versteinern, ja zu Edelsteinen werden. Faszinierend sind immer auch die Mischungen, wenn sich Materialien wie Blüten und fast ebenso hauchzartes Metall finden. Nahtstellen sind es, die Hauser interessieren, wie sich ja auch in der Natur an den Nahtstellen der Biotope die größte Vielfalt entwickelt. Diese Tage luden zum Rückblick ein.

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