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Pilgerbüro erlebt literarisches Finale

Artikel von Wilhelm Meyer - Oeffentlicher Anzeiger 6.11.2018

Pilgerbüro erlebt literarisches Finale

Hildegard-Briefe: Erste Saison endet mit Lesung

Am 17. September, dem Gedenktag der heiligen Hildegard, hatte das Pilgerbüro in Odernheim, in den ehemaligen Volksbankräumen direkt am Hildegard Pilgerweg gelegen, neben dem Rathaus seine Pforten geöffnet. Nun wurde die erste Saison des Pilgerbüros am Freitag vor der herannahenden kalten Jahreszeit beendet. Als Abschluss der Pilgersaison las Luise von Racknitz, Vorsitzende der Sciviasstiftung, aus Briefen Hildegards und bot so Gelegenheit, sich einmal noch der Geschichte dieser außergewöhnlichen Frau des Mittelalters zu nähern.

„Den Berg ins Dorf zu holen“, war und ist das Ziel von Stefan Hartmann, dem Initiator des Pilgerbüros und seinen Mitstreitern. Sie wollen den Disibodenberg und Odernheim wieder näher aneinanderrücken. Und wenn es nach ihnen geht, wird es nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Hildegard-Pilger und auch andere Besucher in Odernheim mit einem Pilgerbüro eine touristische Anlaufstelle erhalten. „Schön, wenn auch manchmal noch recht ruhig“, sei es gewesen, ist die Meinung von Hartmann und Ulrich Brosch, der ihn an einigen Tagen im Pilgerbüro vertreten hatte. An Wochenenden, so ist es noch immer vorgesehen, könnte das Büro nach Bedarf mit einem kurzen Telefonanruf aktiviert werden. Kein Problem, ist es doch für Hartmann ein Weg von zwei Minuten, und Brosch wohnt sogar direkt gegenüber. Zweifel an der Idee eines Pilgerbüros haben beide nicht. Auch wenn der noch zögerliche Publikumsandrang die Frage sicher das ein ums andere Mal aufgeworfen habe. Doch die, die kamen, hätten die offene Tür des Büros einhellig begrüßt, berichtete Hartmann. Viele Stellen, so die Erfahrung der meisten Pilger, seien es nicht am Weg, wo man, ganz zu schweigen vom Gespräch, schlicht einmal einen Kaffee trinken könne.

Hartmann hat ein weiteres Ziel und möchte dies in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Dorfladen realisieren: das Büro mit einer weiteren Nutzung zu verknüpfen. Einen Cafétag könne man sich gut vorstellen, womit sich die Nutzungen auch bestens ergänzen könnten, findet er. Aber auch der Dorfladen als Ziel ist noch nicht abgeschrieben. Noch ist der Raum des Büros allerdings vom großen trennenden Pult der ehemaligen Bankfiliale dominiert. Das ließ bei der Lesung scherzhafte Spekulationen aufkommen, das Mobiliar der früheren Bankfiliale fungiere wie der Lettner einer Abteikirche als Trennwand zum Publikum.

Fast greifbar hingegen ist die Idee, den Disibodenberg näher ins Dorf zu holen und als Dorf am Disibodenberg präsenter zu sein. Luise von Racknitz berichtete aus fünf Briefen der Heiligen und sie nutzte dies, fünf Stadien der Entwicklung Hildegards von Bingen und fünf Seiten ihres vielschichtigen Wesens faszinierend greifbar werden zu lassen. In Hildegards erstem bekanntem Brief,an den Abt Bernhard von Clairvaux sehe man sie auf der Suche, mit sich und ihrer Art des Schauens ins Reine zu kommen, schilderte die Vorsitzende der Sciviasstiftung. Die Anerkennung ihrer visionären Fähigkeiten durch Papst Eugen folgt. Ebenso ihre Mahnung an Kaiser Friedrich Barbarossa, Mut und Verantwortungsgefühl zu zeigen und im politischen Geschehen Position zu beziehen, wenn nötig gegen die Großen der Welt. Und schließlich stellte von Racknitz Hildegard von Bingen als lebensbejahende, abgeklärte Frau vor, wie sie in ihrem Briefwechsel mit Elisabeth von Schönau erscheint.

Zum Disibodenberg gehört auch der Wein. Ihn konnte man an diesem Abend ebenfalls genießen. Einen davon aus dem Weingut von Luise von Racknitz selbst. Noch dazu ist es ein Katzensprung vom Pilgerbüro zum kleinen Weinbaumuseum der „Rüstigen Rentner“ am Dorfplatz gegenüber. Der Abend bot daher auch Gelegenheit, sich von der gelernten Winzerin etwas über den Weinbau am Disibodenberg berichten und sich die ausgestellten Stücke aus dem Alltag des Weinbaus erläutern zu lassen.

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